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Stockholm - ein Abenteuer ohne Reiseführer
25.10.2017
von Nik Pichler
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Stockholm - ein Abenteuer ohne Reiseführer

Mein Abenteuer in Stockholm begann damit, dass ich kurzfristig beschlossen hatte hinzufahren, mir einen Reiseführer kaufte, um diesen gleichmal zu vergessen. Und das war auch gut so, denn sonst wäre mir diese besondere Zeit nie passiert.

Ich hatte mich sehr kurzfristig entschieden, für ein Wochenende aus Wien abzuhauen. Ich brauchte mal wieder etwas Inspiration und nachdem ich heuer sehr viel Zeit im Süden verbracht hatte, hab ich mich für den Norden entschieden: für Stockholm. Ich kann jetzt gar nicht genau sagen warum, aber ich mag die Schlichtheit und Eleganz des nordischen Designs und ich mag Wasser, und zwar ganz viel und von beidem gibt’s genug in Stockholm.

Ich werde Euch jetzt nicht erklären, womit ihr vom Flughafen in die Stadt kommt oder welche Sehenswürdigkeiten ihr besichtigen sollt, das findet ihr alles schon zahlreich im Internet oder Reiseführer, nein, ich werde euch eine besondere Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die damit begann, dass ich meinen Reiseführer vergessen hatte.

Ich hatte mein Hotel schon sehr früh verlassen, da ich die Altstadt „Gamla Stan“ in den Morgenstunden erleben wollte, abseits der Touristenmassen. Als ich gerade beim Hotel hinausgegangen war, bemerkte ich, dass mein Reiseführer fehlte. Ich entschied mich, ihn nicht zu holen, sondern mich einfach durch die Stadt treiben zu lassen. Mein Hotel, das „At SIX“, übrigens ein so schönes Hotel, dass ich beschlossen hab, meinen nächsten Blog ausschließlich diesem zu widmen, lag 5 Gehminuten von „Gamla Stan“ entfernt. Ich ging darauf los und bevor ich mich noch in den alten Gassen verlor, wo nur sehr wenige Menschen waren, besichtigte ich pflichtbewusst den Königspalast. Ich wollte jedoch etwas entdecken, was abseits des Üblichen war und hatte einen anderen Stadtteil im Auge: Södermalm.

Also fragte ich eine Passantin und ging dorthin, um nach kurzer Zeit in der Boutique Aspire by Choke zu enden, wo ich zwei wunderschöne Pullover erstand. Mit dem Designer, der zufällig anwesend war und einem Deutschen, dem Mitbesitzer des Shops, begann ich ein Gespräch. Sie erzählten mir vom Entstehen der Designs, von der fairen Produktion der Stücke und - last but not least - von einem Café, das ich unbedingt besuchen sollte. Und das tat ich dann auch, denn es war bereits 10:30 Uhr und ich hatte noch keinen Kaffee. Also Gefahr in Verzug!

Das Kaffeehaus mit Namen Johan & Nyström entpuppte sich als wunderbarer Treffpunkt von DesignerInnen, KünstlerInnen, FotografInnen und anderen kreativen Menschen. Und was noch viel wichtiger war, sie hatten einen herrlichen Kaffee. Und dort sprach mich Alex, ein in Stockholm lebender Kaffeeblogger aus New York, der gerade am Weg nach Wien war, auf meine Mühlbauer Kappe an. Ich gab ihm Tipps für Wien und er mir für Stockholm. Wir führten ein sehr schönes Gespräch und dann ging ich, seinem Tipp folgend, zum Nytorget Platz, um dort im Urban Deli Mittag zu essen.

Schon der Weg dorthin war wunderschön und abseits des Üblichen – ich war im Reisehimmel. Beim Urban Deli angekommen, hab ich zwar nicht gegessen, denn es gab keinen Platz, aber den Ort zu sehen, war schon sehr beeindruckend. Dieses Delikatessengeschäft im Nirgendwo ist eine sehr gelungene Mischung aus Meinl am Graben und Dean & Deluca in New York . Ich kaufte mir ein Olivenöl in der Dose, nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen des Designs – sehr cool.

Danach entdeckte ich ganz in der Nähe meine Lieblingsarmbänder von Pig & Hen in der Auslage eines sehr interessanten Interior & Accessoires-Geschäftes Behagligt. Ich ging hinein, probierte ein paar Armbänder und begann ein Gespräch mit der Besitzerin Catrin. Sie erzählte mir, dass sich in dieser Gegend, genannt „NoFo“, zahlreiche kleine Läden und Künsterlinnen und Künstler zu einem Verein zusammengeschlossen hatten und gab mir zahlreiche Shopping-Tipps, die ich dann auch befolgte. So ich verlor ich mich diesmal nicht in einer alten Stadt sondern in einem sehr lebendigen Viertel. Ich lernte z.B. die Künsterlin Anne Junsjö kennen, die wirklich wunderschöne Keramiken macht und kaufte meines Erachtens nach im kleinsten Konzeptstore der Welt ein paar Dinge, die man nicht wirklich braucht, über die man sich aber freut, wenn man sie hat. Und dann besuchte ich die Boutique The Cords & Co, die ausschließlich Cordkleidung führt. Dort lernte ich Sam und Jasmine, eine Designerin, die gerade zu Besuch war, kennen. Als ich das Geschäft verließ, bemerkte ich, dass Jasmine und ich unser Gespräch wie automatisch auf der Straße fortsetzten und das blieb so für die nächsten vier Stunden. Wir bummelten, als ob wir uns seit Jahren kennen würden, durch Södermalm, aßen, tranken Kaffee und erzählten uns unser Leben. Es ist manchmal schon großartig, wie man Menschen trifft, ganz plötzlich eine Vertrautheit entsteht und man offen Gespräche führt, die man so normalerweise nicht führen würde. Wir sprachen über Wien, Stockholm, das Schöne, genauso wie über Ängste, vergangene Beziehungen und Visionen. Als wir am Abend dann wieder an der Boutique von Sam vorbeikamen, traute dieser seinen Augen nicht, dass wir noch immer zusammen waren und quatschten. Es war Ladenschluss, und wir drei philosphierten bei einem Bier übers Leben und hörten Musik. Danach brachten sie mich zur U-Bahn, wir fuhren gemeinsam ein Stück und nachdem sie sich versichert hatten, dass ich nun meinen Heimweg finden würde, verabschiedeten wir uns. Ich war glücklich, todmüde und freute mich auf mein großartiges Bett im At Six.

Als ich am Sonntag meinen Herbstspaziergang in Djurgarden machte, dachte ich sehr viel an diese wunderbaren Begegnungen. Ich war sehr glücklich, denn die Menschen, die ich getroffen habe, ermöglichten mir die Stadt Stockholm zu fühlen nicht nur zu sehen. Ich hab in einem Buch gelesen, dass man eine Stadt nie durch Gebäude, aber immer durch Menschen versteht. Genau das hab ich getan. Gut, dass ich meinen Reiseführer vergessen hatte.

Und dieses Bild zeigt nicht den Eingang zu einem Museum der Modern Art, sondern ist das Entrée des Hotels At SIX, indem ich gewohnt habe. Aber das ist eine andere Geschichte und dieser Blogpost folgt als nächstes.

Fotos by Nik Pichler 

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Nik Pichler

Nik Pichler ist Kommunikationsexperte, Fotograf und Regisseur mit internationalem Background und steht mit seiner Marke für Offenheit, Mut, Wertschätzung und Stil. Gemeinsam mit seinem Team realisiert er Markenauftritte, Unternehmensauftritte, Produktwerbung und Imagewerbung für kleinere, mittlere und große Unternehmen in Österreich bzw. weltweit. Sein Portfolio basiert auf einer wertebezogenen Strategie und umfasst Film, Video, Fotografie, Social Media (Facebook, LinkedIn, Instagram, YouTube) sowie Printproduktionen und Webauftritte. Nik Pichler ist bekannt für seine Klarheit in der Beratung, authentische Strategien, außergewöhnliche Ideen und erfolgreiche Umsetzungen. Als Berater unterstützt Nik Pichler Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung.

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