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My Body - not my Business?
16.04.2018
von Nik Pichler
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My Body - not my Business?

Keine Sorge, das wird jetzt kein weiterer Text, der dazu auffordert, gesund zu leben und ganz viel Sport zu betreiben. Davon gibt es schon genug. Aber es ist ein Blogbeitrag, der Bewusstheit schaffen kann. Je älter ich werde, umso klarer wird mir, wie ich Sport falsch betrieben habe und wie ich nun dabei bin, es richtig – für mich richtig – zu machen.

So wie ich die Bewegung in meinem Leben liebe, so liebe ich auch die sportliche Betätigung. Ich mache bereits seit mehr als 20 Jahren regelmäßig Kraft- und Ausdauertraining. Natürlich gab es dabei auch immer wieder Unterbrechungen durch Wirbelverdrehungen, eingeklemmte Nerven und manchmal hatte ich schlicht und einfach keine Lust. Aber ich bin grundsätzlich meist ein mehr aktives als förderndes Mitglied von Fitness-Clubs gewesen. Ich muss gestehen, dass ich nicht der größte Dehnspezialist auf dieser Welt war und bin, aber in Kraft und Ausdauer bin ich gut. Ich war auch schon zu gut. Wenn ich „zu gut“ sage, dann ist diese Wertung darin begründet, dass ich mir mit Sport auch immer etwas beweisen wollte. Ich tat es, um mich auszupowern, um mir neben meiner geistigen Kreativität auch kraftmäßig zu beweisen, wozu ich noch fähig sei. Und das war zwar vielleicht kurzfristig ein Kick, jedoch auf längere Zeit hat es mich erschöpft und verletzungsanfällig gemacht. Und heute finde ich es schwer bedenklich, dass wir uns den Tag über geistig auspowern und dann anschließend unserem Körper noch den Rest geben oder vice versa.

Es mag sein, dass dieser Kick, ausgelöst durch die Freisetzung gewisser Hormone, geil ist, und es mag auch sein, dass wir – unser Geist - das in unserem Leben brauchen. Ich bezweifle jedoch, dass unser Körper das braucht. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob wir jede Training-Modeerscheinung wirklich bis zum Exzess ausüben sollten, oder ob es nicht besser wäre, eine gesunde Mischung an klassischen und neuen Methoden zu trainieren. Ich habe selbst jahrelang ausschließlich funktionales Training gemacht, bin auf diversen Bällen gestanden, hab darauf Gewichte gestemmt, Kniebeugen gemacht und vieles mehr. Eines Tages rief in meinem alten Club eine Frau, die gerade neben mir ihre Dehnübungen machte, genervt zur mir hoch, der ich gerade auf dem Bosoball eine jener akrobatischen Übungen durchführte: „Na, und morgen treten Sie dann im Zirkus auf, oder?“ Ich gebe auch zu, dass die Aufmerksamkeit, die man dadurch von anderen erhält, die Eitelkeit bestärkt. Ob sie den Körper stärkt, ist fraglich.

Ich habe nichts gegen funktionales Training, nichts gegen jede Form von Training. Ich habe nur etwas dagegen, wenn wir Training nicht sinnvoll, also für unseren Körper Sinn-stiftend, einsetzen. Wenn wir trainieren, um uns weiter zu erschöpfen anstatt uns zu stärken. Ich habe in meinem Mindset verändert, dass Training mich nicht auspowert, sondern es  für mich eine wunderbare Interaktion bzw. Forderung zwischen Geist und Körper ist. Es ist eine kraftvolle, nicht kraftraubende Auszeit, die nur mir gehört. Diese besondere Zeit wird begleitet durch meinen Trainer Oliver Kraus, einen Sportwissenschaftler. https://www.personaltrainingwien.com

In meinen Trainingseinheiten mit Oliver lerne ich, ganz konkret Muskelgruppen anzusteuern und meinen Körper und seine Möglichkeiten wahrzuhaben. Ich lerne zu verstehen, was mein Körper an diesem Tag an Beweglichkeit bzw. an Kraft bereit ist zu geben und wie weit ich ihn fordern kann. Ich habe dadurch nicht nur meine körperliche Beweglichkeit bzw. Kraft neu definiert. Ich habe einen ganz neuen Körperbezug kreiert. Und das ist verdammt wichtig. Wir brauchen eine gute, ausgeglichene Beziehung mit unserem Körper. „Mens sana in corpore sano“ – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper! Mir ist schon klar, dass man das in seinen 20igern anders sieht. Aber in den 40igern hat das für den Rest unseres Lebens eine wichtige Bedeutung.

Für all jene noch ein Hinweis, die gar nicht in Gefahr sind, sich sportmäßig zu verausgaben, sondern nach dem Motto „no sports“ von Winston Churchill leben. Winston Churchill hat diesen Satz nie gesagt. Ganz im Gegenteil, er war ein begeisterter Reiter, Fechter und Schwimmer. Die Aussage wurde damals von den Deutschen lanciert, um ihn als alten, schwerfälligen und mürrischen Mann zu brandmarken. Womit wir bei einer nicht gerade rosigen Zukunftsperspektive von „no sports“ wären.

Eine schöne persönliche Metapher noch zum Abschluss: Früher war ich in einem sehr prestigeträchtigen Club, der jedoch nahezu keine Fenster nach außen besaß. Jetzt bin ich im Holmes Place im 14. Bezirk, einem Loft mit großen Fenstern nach draußen und fühle mich dort wirklich wohl. Diese Entwicklung drückt genau das aus, was sich bei mir verändert hat: Ich habe mich vom konzentrierten Auspowern zum fokussierten Training mit Ausblick weiterentwickelt und dieses ganz wunderbare Gefühl genieße ich!

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Nik Pichler

Nik Pichler ist Kommunikationsexperte, Fotograf und Regisseur mit internationalem Background und steht mit seiner Marke für Offenheit, Mut, Wertschätzung und Stil. Gemeinsam mit seinem Team realisiert er Markenauftritte, Unternehmensauftritte, Produktwerbung und Imagewerbung für kleinere, mittlere und große Unternehmen in Österreich bzw. weltweit. Sein Portfolio basiert auf einer wertebezogenen Strategie und umfasst Film, Video, Fotografie, Social Media (Facebook, LinkedIn, Instagram, YouTube) sowie Printproduktionen und Webauftritte. Nik Pichler ist bekannt für seine Klarheit in der Beratung, authentische Strategien, außergewöhnliche Ideen und erfolgreiche Umsetzungen. Als Berater unterstützt Nik Pichler Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung.

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